Drogenbedingte Todesfälle – die aktuelle Situation in Europa (Europäischer Drogenbericht 2026)

Die Schätzung der drogenbedingten Mortalität ist für das Verständnis der Auswirkungen des Drogenkonsums auf die öffentliche Gesundheit und der möglichen Veränderungen im Laufe der Zeit von entscheidender Bedeutung. Auf dieser Seite finden Sie die neuesten Analysen zu den drogenbedingten Todesfällen in Europa, einschließlich wichtiger Daten zu Todesfällen durch Überdosierung, den betreffenden Substanzen und mehr.

Diese Seite ist Teil des Europäischen Drogenberichts 2026, des jährlichen Überblicks der EUDA über die Drogensituation in Europa.

Letzte Aktualisierung: 9. Juni 2026

Besseres Verständnis der drogenbedingten Mortalitätstrends wird Maßnahmen in Bezug auf Überdosierungen verbessern

Die Schätzung der drogenbedingten Mortalität ist für das Verständnis der sich verändernden Auswirkungen des Drogenkonsums auf die öffentliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Für die Entwicklung wirksamer politischer Strategien und Maßnahmen ist es ausschlaggebend, die Faktoren zu verstehen, die Trends begünstigen. Eine Schlüsselkomponente sind drogenbedingte Todesfälle, d. h. Todesfälle, die direkt auf den Drogenkonsum zurückzuführen sind und häufig als Todesfälle durch Überdosierung bezeichnet werden. Jedoch wird damit nur ein Teil der Gesamtmortalität im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum erfasst, da Todesfälle aufgrund von Unfällen, Gewalt, Selbstmord, der nicht unmittelbar auf eine Drogenvergiftung zurückzuführen ist, sowie wegen einer chronischen Erkrankung, nicht berücksichtigt werden, wenngleich Drogenkonsum bei diesen Todesfällen ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnte.

Die Auswertung drogenbedingter Todesfälle ist nach wie vor ein wichtiger Indikator für das Verständnis drogenbedingter Schäden, auch wenn deren Interpretation aufgrund methodischer Probleme und mangelnder Datenverfügbarkeit schwierig ist. Für das letzte Berichtsjahr (2024) liegen nur für 22 der 29 Länder Daten vor, weshalb für eine EU-weite Gesamtschätzung Schätzwerte herangezogen werden. Eine Verbesserung der Aktualität und Vollständigkeit der Daten wird dazu beitragen, wirksamere Maßnahmen gegen Überdosierungen zu entwickeln – und das in einer Zeit, in der die Drogenproblematik in Europa immer vielfältiger wird und rasch neue Bedrohungen im Zusammenhang mit Drogen entstehen können, wodurch die vorhandenen Maßnahmenmodelle unter Druck geraten.

Für die verfügbaren Daten gelten einige wichtige Vorbehalte. Aufgrund methodischer Einschränkungen stellen die geschätzten Zahlen zu drogenbedingten Todesfällen Mindestwerte dar. Da zudem die Berichtskapazitäten von Land zu Land variieren, sind Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern mit Vorsicht anzustellen. Der Mangel an detaillierten toxikologischen Informationen in einigen Ländern schränkt unser Wissen dahingehend ein, welche Rolle verschiedene Drogen sowie der polyvalente Substanzenkonsum bei der Entwicklung der Zahl drogenbedingter Todesfälle im Zeitverlauf insgesamt spielen. Bei den meisten tödlichen Überdosierungen wurde mehr als eine Substanz konsumiert, und die Drogenkonsummuster, einschließlich des Konsums mehrerer Substanzen, werden immer komplexer. 

Konsum mehrerer Drogen und verschiedener Opioide als Triebfeder der drogenbedingten Mortalität

Der vorläufige Schätzwert für die Europäische Union in Höhe von insgesamt fast 7 600 drogenbedingten Todesfällen im Jahr 2024 zeugt im Vergleich zum überarbeiteten Schätzwert für 2023 von Stabilität, wenngleich ein Anstieg von 6,5 % gegenüber dem konsolidierten Schätzwert für 2022 zu verzeichnen ist. Die größten Anstiege im Jahresvergleich bei der Zahl der drogenbedingten Todesfälle im Jahr 2024 wurden von Bulgarien, Deutschland, den Niederlanden und der Türkei gemeldet.

Nach wie vor sind Opioide, in der Regel in Kombination mit anderen Substanzen, jene Substanzgruppe, die am häufigsten bei drogenbedingten Todesfällen eine Rolle spielt. Heroin war im Jahr 2024 in der Europäischen Union an schätzungsweise 1 600 Todesfällen beteiligt und wurde in einigen westeuropäischen Ländern häufig bei opioidbedingten Todesfällen nachgewiesen. Im Jahr 2024 war es jedoch nur in Luxemburg und Österreich bei der Mehrheit der Todesfälle durch Überdosierung beteiligt (in Österreich werden Heroin und Morphin nicht getrennt gemeldet). In einigen Ländern stehen andere Opioide als Heroin, darunter Methadon, Buprenorphin, hochpotente synthetische Opioide sowie opioidhaltige Schmerzmittel, mit einem erheblichen Anteil der Todesfälle durch Überdosierung in Verbindung (Abbildung 11.1).

Abbildung 11.1 In speziellen Mortalitätsregistern verzeichnete Opioide bei drogenbedingten Todesfällen, nach Substanz, 2024

Hinweis: Daten aus speziellen Mortalitätsregistern. Berücksichtigt sind nur Länder mit mindestens 70 gemeldeten Fällen. Die Länder sind in absteigender Reihenfolge nach dem Anteil der Fälle mit Heroinbezug geordnet. In einigen Ländern fehlen Angaben zu den betreffenden Opioiden. In Österreich wird nicht zwischen Heroin und Morphin unterschieden.

Wenn detaillierte toxikologische Informationen zu einer Verbindung mit Drogen vorliegen, weisen diese in der Regel auf das Vorhandensein mehrerer Substanzen hin, was darauf hindeutet, dass meist eine Vergiftung durch mehrere Substanzen vorliegt.

In allen Ländern sind die meisten drogenbedingten Todesfälle bei Männern zu verzeichnen (Abbildung 11.2). Die Daten deuten auf eine alternde Kohorte von Opioidkonsumierenden in Europa hin, wobei sich die Zahl der drogenbedingten Todesfälle bei den 50- bis 64-Jährigen zwischen 2014 und 2024 verdoppelt hat (Abbildung 11.3 unten).

Die verfügbaren Daten legen zudem nahe, dass die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Stimulanzien in einigen Ländern zunimmt (siehe auch Kokain – die aktuelle Situation in Europa und Synthetische Stimulanzien – die aktuelle Situation in Europa). Daten aus 20 Ländern deuten darauf hin, dass ein Viertel der im Jahr 2024 gemeldeten drogenbedingten Todesfälle mit Kokain in Zusammenhang stand. Es gilt zu beachten, dass Todesfälle im Zusammenhang mit Stimulanzien möglicherweise nicht vollständig erfasst werden und ihre Bedeutung unterschätzt wird, da bei Todesfällen, bei denen Stimulanzien eine Rolle spielen, häufig auch andere Drogen, etwa Opioide, nachgewiesen werden.

Abbildung 11.2. Anteil der Männer an den drogenbedingten Todesfällen in der Europäischen Union, Norwegen und der Türkei im Jahr 2024 oder im aktuellsten Jahr (in Prozent)

Der sich wandelnde Markt für synthetische Opioide in Europa birgt das Risiko gehäufter Überdosierungen und Todesfälle

Hochpotente synthetische Opioide wie Nitazene wurden in Europa mit gehäuften Fällen tödlicher und nicht tödlicher Vergiftungen in Verbindung gebracht. Abgesehen von einigen baltischen Ländern spielen diese Drogen in den Routinedaten auf EU-Ebene jedoch keine nennenswerte Rolle. Dennoch können plötzliche Veränderungen auf dem Drogenmarkt zum raschen Auftauchen anderer hochpotenter synthetischer Opioide wie Orphine führen (siehe auch Neue psychoaktive Substanzen – die aktuelle Situation in Europa), während Einschränkungen bei der toxikologischen Erkennung deren Identifizierung verzögern können. Dies erschwert die Einschätzung der Bedrohung und die Reaktion darauf. Um eine einheitliche Testung und Meldung in Europa zu gewährleisten, hat das Labornetzwerk der EUDA im Jahr 2025 ein Instrumentarium mit analytischen Referenzstandards herausgebracht, das 14 Proben von Nitazenen und Orphinen enthält.

Neben ihrer zentralen Rolle in Estland und Lettland waren Nitazen-Opioide auch an gehäuften lokalen Vergiftungsfällen in Irland in den Jahren 2023 und 2024 sowie in Frankreich im Jahr 2023 beteiligt. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland (9) sowie in Schweden (31) und Norwegen (21) Todesfälle und akute Vergiftungen im Zusammenhang mit Nitazenen gemeldet. Seit 2019 haben mindestens 21 EU-Mitgliedstaaten das Vorhandensein eines oder mehrerer Nitazene gemeldet. Da es in Post-mortem-Blutproben zu einem Abbau von Nitazenen kommt, werden die Todesfälle im Zusammenhang mit diesen Substanzen wahrscheinlich unterschätzt.

Im Zeitraum 2024/2025 wurden in Bulgarien über 100 drogenbedingte Todesfälle mit Fentanyl in Verbindung gebracht. Todesfälle und Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Fentanyl, von denen zunächst vor allem aus Sofia berichtet wurde, wurden im Jahr 2025 auch in anderen bulgarischen Städten verzeichnet. Angesichts des begrenzten Angebots an Schadensminimierungsdiensten, einschließlich des Fehlens von Programmen zur Naloxon-Mitgabe, gibt die Verbreitung hochpotenter synthetischer Opioide in Bulgarien Anlass zu besonderer Sorge.

Einige EU-Mitgliedstaaten haben auf das Auftreten hochpotenter synthetischer Opioide auf ihren Drogenmärkten reagiert, indem sie ihre bestehenden Maßnahmen zur Schadensminimierung und Behandlung verstärkt haben. Dazu zählen die Entwicklung von Warnsystemen für Überdosierungen, mediale Schnellwarnungen, nationale Warnungen, die Verbesserung des Zugangs zu Naloxon, die Priorisierung von Nitazenen bei der Klassifizierung von Suchtstoffen sowie verstärkte polizeiliche Maßnahmen gegen Personen, die Drogen im Internet verkaufen.

Die Verhinderung einer Selbstschädigung durch Vergiftung erfordert gezielte Interventionen

Viele Todesfälle durch Überdosierung werden als Unfälle gemeldet, bei anderen ist die Vorsätzlichkeit ungewiss. Soweit Angaben zur Vorsätzlichkeit vorliegen, wurde ein relativ hoher Anteil (1 von 7 im Jahr 2024) der gemeldeten Todesfälle durch Überdosierung als vorsätzlich, d. h. mit Suizidabsicht, eingestuft. Die aktuellen Daten lassen bei Frauen einen höheren Anteil an Todesfällen durch Überdosierung mit Suizidabsicht erkennen als bei Männern. Die Bekämpfung von Todesfällen durch Überdosierung mit Suizidabsicht erfordert gezielte Interventionen, darunter maßgeschneiderte Angebote zur psychischen Gesundheitsversorgung und Suizidprävention für Personen mit Drogenproblemen und begleitenden psychischen Erkrankungen.

Verbesserter Zugang zu Diensten und ganzheitliche Betreuung können zur Verringerung von Überdosierungen und Todesfällen beitragen

Zu den Maßnahmen zur Verringerung opioidbedingter Todesfälle gehören Interventionen zur Verringerung der Gefährdung, zur Verhinderung von Überdosierungen und zur Verhinderung von Todesfällen bei einer Überdosierung (siehe auch Schadensminimierung – die aktuelle Situation in Europa). Diese Interventionen werden jedoch durch die im Laufe der Zeit eintretenden Veränderungen in der Bevölkerungsgruppe und bei den Merkmalen von Opioidkonsumierenden, durch ihre Konsummuster, den sozialen Kontext ihres Drogenkonsums und die konsumierten Substanzen vor Herausforderungen gestellt. Die Teilnahme an einer Opioid-Agonisten-Therapie schützt nachweislich vor einer Opioid-Überdosierung und einigen anderen Todesursachen. In vielen EU-Mitgliedstaaten liegen die Abdeckung durch Behandlungsangebote und der Zugang dazu jedoch weiterhin unter den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Standards.

Immer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine größere Verfügbarkeit von Opioid-Antagonisten dazu beitragen kann, tödliche Opioid-Überdosierungen zu verhindern. Wenngleich Naloxon in allen Ländern im klinischen Umfeld bereitgestellt wird, wurden bis 2025 auch Programme zur Naloxon-Mitgabe in 19 europäischen Ländern gemeldet, wobei die Verfügbarkeit zwischen den einzelnen Ländern und innerhalb der Länder variiert. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 in 12 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen Drogenkonsumräume eingerichtet, die ebenfalls darauf ausgelegt sind, Todesfälle durch Überdosierung zu verringern (siehe auch Schadensminimierung – die aktuelle Situation in Europa und Gesundheitliche und soziale Antworten: Drogenkonsumräume). Das Vorhandensein hochpotenter synthetischer Opioide wie Nitazene kann jedoch die Behandlung einer Überdosierung erschweren und die Wirksamkeit dieser Interventionen beeinträchtigen. Wenn Drug-Checking in Drogenkonsumräumen angeboten wird, können damit besonders gefährdete Gruppen erreicht und dazu beitragen werden, das Risiko von Überdosierungen im Zusammenhang mit unerwarteten oder potenten Opioiden sowie dem Konsum mehrerer Substanzen zu verringern.

Drogenbedingte Todesfälle machen nur einen Teil der mit dem Drogenkonsum verbundenen Gesamtmortalität aus. Eine Opioidabhängigkeit ist in der Regel eine chronische Erkrankung, die durch mehrere Behandlungs- und Rückfallsepisoden gekennzeichnet ist. Personen, die über viele Jahre hinweg Opioide konsumieren, leiden häufig unter weiteren gesundheitlichen Problemen, die mit ihrem Substanzkonsum zusammenhängen – dazu gehört oft auch Alkohol- und Tabakkonsum – sowie unter den kumulativen Auswirkungen wirtschaftlicher und sozialer Ausgrenzung auf ihre allgemeine Gesundheit. Infektionskrankheiten (z. B. HIV- und HCV-Infektionen), Leberschäden, Krebs und psychische Erkrankungen sind hier unter anderem zu nennen. Die Verbesserung des Zugangs zur allgemeinen Gesundheitsversorgung durch interdisziplinäre Betreuung und ganzheitliche Versorgungspfade ist entscheidend, um Menschen mit Opioidproblemen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung zu unterstützen und Todesfälle zu reduzieren.

Wichtige Daten und Trends

Mortalitätsraten im Zusammenhang mit Überdosierungen

  • Die Mortalitätsrate im Zusammenhang mit Überdosierungen in der Europäischen Union im Jahr 2024 wird auf 25 Todesfälle pro Millionen Einwohnende im Alter von 15 bis 64 Jahren geschätzt.
  • Die Mortalitätsrate aufgrund von Überdosierungen war sowohl bei Frauen als auch bei Männern in der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen am höchsten (Abbildung 11.3).

Todesfälle durch Überdosierung

  • Im Jahr 2024 kam es in der Europäischen Union zu schätzungsweise mindestens 7 589 tödlichen Überdosierungen im Zusammenhang mit Drogen (7 653 im Jahr 2023, siehe Abbildung 11.4 unten).
  • Schätzungen zufolge hat sich die Zahl der in der Europäischen Union gemeldeten Todesfälle durch Überdosierung bei den 50- bis 64-Jährigen zwischen 2014 und 2024 insgesamt mehr als verdoppelt, mit einem Anstieg bei Frauen um 99 % (von 169 auf 337 Todesfälle) und bei Männern um 132 % (von 458 auf 1 063 Todesfälle). Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung bei Jugendlichen (im Alter von 15 bis 19 Jahren) bei jungen Frauen fast verdreifacht (von 14 auf 44 Todesfälle) und bei jungen Männern fast verdoppelt (von 49 auf 82) (Abbildung 11.3).
Abbildung 11.3. Anzahl und Raten pro Millionen Einwohnende an in der Europäischen Union gemeldeten drogenbedingten Todesfällen in den Jahren 2014 und 2024 oder im aktuellsten Jahr, nach Geschlecht und Altersspanne
 
 

Bekannte und neue Substanzen, die mit drogenbedingten Todesfällen in Verbindung gebracht werden

  • Im Jahr 2024 wurden Opioide, einschließlich Heroin und seine Metaboliten, schätzungsweise in rund 7 von 10 Fällen tödlicher Überdosierungen in der Europäischen Union nachgewiesen, häufig in Kombination mit anderen Substanzen (siehe Abbildung 11.4 und Abbildung 11.5).
  • In einigen europäischen Ländern spielt Heroin weiterhin bei einer großen Zahl von Todesfällen eine Rolle, etwa bei über 698 Fällen in Deutschland, 121 in Österreich (Heroin oder Morphin) und 63 in Schweden. Auf der Grundlage vorläufiger Daten wurde geschätzt, dass Heroin im Jahr 2024 in der Europäischen Union bei mindestens 1 600 Todesfällen eine Rolle spielte (1 700 im Jahr 2023). Die Daten aus den 20 EU-Mitgliedstaaten, die Daten für das Jahr 2024 vorgelegt haben, deuten möglicherweise auf einen rückläufigen Trend bei den heroinbedingten Todesfällen hin, die von rund 1 300 im Jahr 2022 auf 1 200 im Jahr 2023 und 1 100 im Jahr 2024 zurückgingen.
  • In den 20 EU-Mitgliedstaaten, die Daten für die Jahre 2023 und 2024 vorgelegt haben, war Kokain – meist in Verbindung mit Opioiden – im Jahr 2024 an 1 133 Todesfällen durch Überdosierung (27 %) und im Jahr 2023 an 1 053 Todesfällen (26 %) beteiligt. Im Jahr 2024 war Kokain an den meisten Todesfällen durch Überdosierung in Spanien, Zypern, Luxemburg, Malta und Portugal beteiligt.
  • Von den 21 Ländern, für die für Post-mortem-Daten für 2024 vorliegen, meldeten 20 Todesfälle, die auf andere Stimulanzien (z. B. Amphetamine) als Kokain zurückzuführen waren. Andere durch Stimulanzien bedingte Todesfälle, z. B. im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Problemen, können unerkannt bleiben.
  • Im Jahr 2024 wurden synthetische Cathinone bei 38 drogenbedingten Todesfällen in 7 Ländern gemeldet, wobei 19 davon auf Finnland entfielen.
  • In 8 der 21 Länder, für die toxikologische Post-mortem-Daten für das Jahr 2024 vorliegen, war Methadon an mindestens 1 von 4 drogenbedingten Todesfällen beteiligt. Es liegen keine Informationen darüber vor, ob das Methadon verschrieben, missbräuchlich verwendet oder illegal hergestellt wurde. Zudem bedeutet sein Vorkommen in toxikologischen Befunden nicht, dass Methadon die Vergiftung verursacht hat, da bei Überdosierungen häufig mehrere Substanzen beteiligt sind.
  • Die verfügbaren Daten aus 15 EU-Mitgliedstaaten deuten darauf hin, dass die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Fentanyl und seinen Derivaten bedeutend gestiegen ist. Im Jahr 2024 wurden 208 Todesfälle durch Überdosierung mit diesen Drogen in Verbindung gebracht (129 im Jahr 2023). Deutschland meldete die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit Fentanyl (95). Einige dieser Todesfälle könnten eher mit abgezweigten Fentanyl-Arzneimitteln als mit illegal hergestelltem Fentanyl in Verbindung stehen.
  • Nitazen-Opioide wurden im Jahr 2024 mit drogenbedingten Todesfällen in Estland (43 von 97 Todesfällen) und Lettland (36 von 77 Todesfällen) in Verbindung gebracht.
  • Zwischen Juni 2024 und Januar 2026 meldeten 5 EU-Mitgliedstaaten 5 Fälle akuter, nicht tödlicher Vergiftungen und 18 Todesfälle mit bestätigter Exposition gegenüber Orphinen, vorwiegend Cychlorphin (siehe auch Neue psychoaktive Substanzen – die aktuelle Situation in Europa).
  • Von den Ländern, für die Daten für 2024 vorliegen, spielte Oxycodon in 9 Ländern bei 248 drogenbedingten Todesfällen eine Rolle.
  • Im Jahr 2024 wurden bei den meisten Todesfällen durch Überdosierung in Dänemark, Estland, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Finnland Benzodiazepine zusammen mit anderen Substanzen, vor allem Opioiden, nachgewiesen. Pregabalin war in mindestens einem Viertel der Fälle in Dänemark, Österreich und Finnland beteiligt.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden hat sich in der Türkei von 61 Fällen im Jahr 2023 auf 202 im Jahr 2024 mehr als verdreifacht (gegenüber 8 Fällen im Jahr 2022). Vorläufige Daten deuten auf einen weiteren Anstieg im Jahr 2025 hin.
Abbildung 11.4a. Drogenbedingte Todesfälle in der Europäischen Union
 

Hinweis: EU+2 bezieht sich auf die EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und die Türkei.

Abbildung 11.4b. Drogenbedingte Todesfälle in der Europäischen Union: Alter zum Zeitpunkt des Todes, 2024 oder neueste verfügbare Daten (in Prozent)
 
Abbildung 11.4c. Trends bei drogenbedingten Todesfällen in der Europäischen Union, Norwegen und der Türkei
 

Hinweis: Vergleichbare Daten für Deutschland liegen erst ab 2021 vor. Zur Darstellung der Trends wurden die früheren Jahre mit dem ersten verfügbaren Datenpunkt ergänzt. Nach der damals geltenden nationalen Definition stieg die Zahl der drogenbedingten Todesfälle in Deutschland jedoch bis 2020 an. Für einige Länder liegen für die Jahre 2023 bzw. 2024 keine Daten vor. In diesen Fällen wurden die jeweils aktuellsten verfügbaren Daten anstelle der fehlenden Werte herangezogen (2022 für Belgien, Irland und Griechenland; 2023 für Spanien, Frankreich, Polen und Portugal).

Abbildung 11.4d. Altersverteilung (in Prozent) der gemeldeten drogenbedingte Todesfälle in der Europäischen Union, Norwegen und der Türkei im Jahr 2024 bzw. im aktuellsten Jahr
 
Abbildung 11.5. Anteil der drogenbedingten Todesfälle, bei denen Opioide nachgewiesen wurden, 2024 oder neueste verfügbare Daten
 

Gesamtmortalität

  • Im Rahmen einer österreichischen nationalen Kohortenstudie wurden 26 000 Personen, denen bereits einmal eine Opioid-Agonisten-Therapie verschrieben worden war, über einen Zeitraum von fast 20 Jahren beobachtet. Dabei wurden etwa 2 400 Todesfälle erfasst. Die Gesamtmortalität unter den Kohortenmitgliedern war mehr als siebenmal so hoch wie in der österreichischen Allgemeinbevölkerung, wobei der Unterschied bei den Frauen (zwölfmal) größer war als bei Männern (siebenmal). Altersspezifische Analysen zeigten, dass bis zum Alter von Anfang bis Mitte 40 die Todesfälle aufgrund nicht übertragbarer Krankheiten insgesamt die Todesfälle mit drogenbedingten Ursachen überstiegen.

Weitere detaillierte Informationen finden Sie auf den folgenden EUDA-Webseiten: Opioidbedingte Todesfälle: Gesundheitliche und soziale Maßnahmen sowie Frequently asked questions (FAQ): drug-induced deaths in Europe (Häufig gestellte Fragen: drogenbedingte Todesfälle in Europa).

Quelldaten

Die Daten, die zur Generierung von Infografiken und Diagrammen auf dieser Seite verwendet wurden, sind nachstehend aufgeführt.

Der vollständige Datensatz der Quelldaten für den Europäischen Drogenbericht 2026, einschließlich Metadaten und methodischer Hinweise, ist in unserem Datenkatalog verfügbar.

Nachstehend finden Sie einen Teilsatz dieser Daten, der zur Generierung von Infografiken, Diagrammen und ähnlichen Elementen auf dieser Seite verwendet wird.


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