Heroin und andere Opioide – die aktuelle Situation in Europa (Europäischer Drogenbericht 2026)

cover of the European Drug Report 2025: heroin

Heroin ist in Europa nach wie vor das am meisten konsumierte illegale Opioid und für einen großen Teil der mit dem illegalen Drogenkonsum verbundenen Gesundheitsbelastung verantwortlich. Das Opioidproblem in Europa verändert sich jedoch fortwährend, was neue Herausforderungen mit sich bringt. Auf dieser Seite finden Sie die neuesten Analysen in Bezug auf Heroin und andere Opioide in Europa, einschließlich Konsumprävalenz, Behandlungsnachfrage, Sicherstellungen, Preis und Reinheit, Schäden und mehr.

Diese Seite ist Teil des Europäischen Drogenberichts 2026, des jährlichen Überblicks der EUDA über die Drogensituation in Europa.

Letzte Aktualisierung: 9. Juni 2026

Der sich wandelnde Opioidmarkt in Europa erschwert die Schadensminimierung und Behandlung

Herausforderungen bei der Behandlung

Heroin ist in Europa nach wie vor das am meisten konsumierte illegale Opioid und für einen großen Teil der mit dem illegalen Drogenkonsum verbundenen Gesundheitsbelastung verantwortlich. Das Opioidphänomen in Europa entwickelt sich jedoch in einer Weise weiter, die wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf die Reaktionsmaßnahmen haben wird.

Daten zur Aufnahme von Drogenbehandlungen und andere Indikatoren deuten darauf hin, dass die Gruppe der Heroinkonsumierenden in Europa altert und möglicherweise schrumpft. Zwischen 2014 und 2024 stieg sowohl das Durchschnittsalter aller Klientinnen und Klienten, die sich wegen Heroinkonsums in eine spezielle Drogenbehandlung begaben, also auch das Durchschnittsalter der Erstklientinnen und -klienten; gleichzeitig nahm der Anteil älterer Klientinnen und Klienten zu (Abbildung 6.1 und Abbildung 6.2). Inzwischen begeben sich weniger Personen wegen Heroin in Behandlung als wegen anderer Opioide, einschließlich neuer synthetischer Opioide und der Opioid-Agonisten Methadon und Buprenorphin. Die Dienste gehen mittlerweile auf komplexere Muster des Drogenkonsums sowie auf ein breiteres Spektrum an gesundheitlichem und sozialem Unterstützungsbedarf ein. Dies führt unter anderem zu Herausforderungen im Zusammenhang mit polyvalentem Substanzenkonsum, der Prävention und Behandlung altersbedingter Erkrankungen sowie der Notwendigkeit von wirksamen behördenübergreifenden Partnerschaften und Vermittlungswegen zu allgemeinen Gesundheits- und Sozialdiensten. Darüber hinaus ist das Angebot an Behandlungen mit Opioid-Agonisten in einigen EU-Mitgliedstaaten nach wie vor unzureichend (siehe Opioid-Agonisten-Therapie – die aktuelle Situation in Europa). 

Abbildung 6.1. Altersverteilung aller Klientinnen und Klienten, die sich mit Heroin als Primärdroge in Behandlung begaben, 2014 und 2024

Hinweis: Basierend auf Daten aus 25 EU-Mitgliedstaaten und der Türkei.

Abbildung 6.2. Altersverteilung der bis dato nicht behandelten Klientinnen und Klienten, die sich mit Heroin als Primärdroge in Behandlung begaben, 2014 und 2024

Hinweis: Basierend auf Daten aus 24 EU-Mitgliedstaaten und der Türkei.

Risiken durch andere Opioide

Während Heroin in einigen Ländern nach wie vor bei vielen opioidbedingten Todesfällen eine Rolle spielt, haben andere Opioide insgesamt einen höheren Anteil (siehe Drogenbedingte Todesfälle – die aktuelle Situation in Europa). Bei Notfällen mit akuter Drogenvergiftung in den Sentinel-Krankenhäusern des Euro-DEN-Netzwerks war Heroin im Jahr 2024 weiterhin das am häufigsten genannte Opioid. In einigen Städten haben jedoch andere Opioide – Opioid-Agonisten, Schmerzmittel oder potente neue synthetische Opioide – Heroin als Hauptursache von Notfällen abgelöst. Der polyvalente Substanzenkonsum unter Einschluss von Opioiden erhöht das Risiko eines drogenbedingten Todes. Unter den Personen, die eine spezialisierte Drogenbehandlung beginnen, ist der Anteil der injizierenden Konsumierenden im letzten Jahrzehnt zurückgegangen; nur 18 % der neuen Klientinnen und Klienten geben an, Heroin vorwiegend zu injizieren (Abbildung 6.3). Darüber hinaus injizieren solche Opioidkonsumierende eine vielfältigere Palette an Substanzen, darunter andere Opioide, Stimulanzien und neue psychoaktive Substanzen, entweder allein oder in Kombination mit anderen Drogen (siehe auch Injizierender Drogenkonsum in Europa – die aktuelle Situation).

Abbildung 6.3. Trends bei den Hauptkonsumformen bei Klientinnen und Klienten, die sich mit Heroin als Primärdroge in Behandlung begeben, nach Behandlungsstatus

Hinweis: „Sonstige Konsumformen“ sind Essen/Trinken, Schnupfen und nicht spezifizierte Konsumformen. Die Trends basieren auf den 19 EU-Mitgliedstaaten, die Daten für diesen Zeitraum bereitgestellt haben; berücksichtigt wurden nur diejenigen, für die Daten für mindestens neun der elf Jahre vorliegen. Fehlende Werte werden aus den Vor- und Folgejahren interpoliert. Aufgrund von COVID‑19-bedingten Versorgungsunterbrechungen sind die Daten für 2020, 2021 und 2022 mit Vorsicht zu interpretieren.

Der stabile europäische Heroinmarkt wird durch Diversifizierung der Opiumproduktion und aus Lagerbeständen versorgt

Schätzung des Opium- und Heroinangebots

Das von den Taliban im April 2022 verhängte Verbot des Schlafmohnanbaus hat zu einer erheblichen Verringerung der Produktion von Opium und Heroin in Afghanistan, der Haupt-Heroinquelle Europas, geführt. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) erwartete für 2023 einen Rückgang des Opiumanbaus um 95 % auf 10 800 Hektar von 232 000 Hektar im Jahr 2022. Die Schätzungen für 2024 (12 800 Hektar) und 2025 (10 200 Hektar) fielen ähnlich aus. Eine Analyse hochauflösender Satellitenbilder mithilfe der auf Befragungen basierenden Methodik von Alcis, einem Unternehmen, das auf die Analyse von Geodaten spezialisiert ist, deutet auf eine erhebliche Zunahme der Anbaufläche von 7 382 Hektar im Jahr 2024 auf 12 818 Hektar im Jahr 2025 hin. Die Schätzungen zur afghanischen Opiumproduktion im Jahr 2025 gehen auseinander: Alcis schätzt die Opiumproduktion auf 414 Tonnen, während das UNODC von 296 Tonnen ausgeht. Auf der Grundlage seiner Schätzungen zur Opiumproduktion geht das UNODC von einer potenziellen Heroinproduktion in Exportqualität von 22 bis 34 Tonnen aus, was weit unter den für 2022 geschätzten 350 bis 580 Tonnen Heroin liegt. Nach unserer jüngsten Schätzung der Heroinnachfrage in der Europäischen Union wurden im Jahr 2021 124 Tonnen Heroin (Spanne von 97 bis 155 Tonnen) in der für den Endkundenmarkt üblichen Reinheit konsumiert.

Diversifizierung der Opiumlieferanten und Lagerbestände

Die relative Stabilität des Heroinangebots in Europa wird zum Teil auf die großen Lagerbestände in Afghanistan zurückgeführt, die in einem Alcis-Bericht an die EUDA für das Jahr 2025 auf rund 12 000 Tonnen Opium geschätzt werden, sowie auf fortschrittliche Verarbeitungs- und Verfälschungsmethoden und das taktische Angebotsmanagement seitens der Schmuggelnetze. Diese Faktoren scheinen das Heroinangebot trotz des rückläufigen Opiumanbaus in Afghanistan bisher aufrechtzuerhalten. Pakistan, insbesondere die Provinz Belutschistan, die an Afghanistan grenzt und über wichtige Seehäfen verfügt, hat sich ebenfalls als Quelle für Opium und Heroin erwiesen. So deutet die Analyse von Satellitenbildern für 2025 auf Schlafmohnanbau auf einer Fläche von rund 9 116 Hektar hin, der 2025 mit der Produktion Afghanistans konkurrieren könnte (siehe Die Drogensituation in Europa im Jahr 2026 verstehen). Neue Ursprungsländer in der Region wie Pakistan unterstreichen die Bedeutung der „südlichen Route“ – eines Seewegs, der Südasien mit Europa verbindet – für den Heroinschmuggel nach Europa. Siehe auch Drogenangebot, Drogenherstellung und Vorläuferstoffe – die aktuelle Situation in Europa.

Es ist Wachsamkeit zur Erkennung von Veränderungen auf dem Drogenmarkt vonnöten

Zwar könnte ein anhaltender Rückgang der Heroinproduktion in Afghanistan die Drogenhandelnden letztendlich dazu veranlassen, nach alternativen Bezugsquellen zu suchen, doch wäre es aufgrund der relativen Nähe Afghanistans sowie der historisch hohen Produktions- und Handelsmengen schwierig, das Heroin aus Afghanistan vollständig durch Lieferungen aus anderen Ländern wie Myanmar zu ersetzen. Dennoch ist es bemerkenswert, dass der Schlafmohnanbau in Myanmar nach Schätzungen des UNODC im Jahr 2025 mit 45 200 bis 53 100 Hektar einen Zehnjahreshöchststand erreicht hat und die Handelswege zwischen Südostasien und Europa an Bedeutung gewinnen. Die europäischen Länder sollten weiterhin wachsam sein und auf Anzeichen für Marktveränderungen achten, beispielsweise auf einen vermehrten Konsum synthetischer Opioide oder Stimulanzien. Zwar sind Versorgungsengpässe offensichtlich, doch dürfte die Stabilität des Marktes aufgrund von Lagerbeständen, Anpassungen beim Schmuggel und regionaler Produktion die Verfügbarkeit von Heroin in Europa aufrechterhalten, wobei es in Ländern an wichtigen Schmuggelrouten weiterhin zu umfangreichen Sicherstellungen kommen wird (Abbildung 6.4).

Abbildung 6.4. Umfangreiche Sicherstellungen von Heroin, versteckt in Kabelmaschinen und Matratzen, Bulgarien, 2024
Drugs seized by the National Customs Agency of Bulgaria
Drugs seized by the National Customs Agency of Bulgaria

Hinweis: Von der nationalen Zollbehörde Bulgariens sichergestellte Drogen

Lebensgefährliche neue synthetische Opioide sind in Europa nach wie vor erhältlich

Neue synthetische Opioide spielen auf dem europäischen Drogenmarkt eine relativ geringe Rolle. In den baltischen Staaten stellen sie jedoch ein erhebliches Problem dar, und es gibt Anzeichen dafür, dass sie im Rahmen der Drogenproblematik in Europa insgesamt an Bedeutung gewinnen könnten. Hochpotente synthetische Opioide wie Fentanyl und seine Derivate, einschließlich Carfentanil, sowie Nitazene und Orphine werden alljährlich dem EU-Frühwarnsystem gemeldet. Zur Herstellung einer Dosis für den Endkundenmarkt sind nur winzige Mengen dieser Substanzen erforderlich. Es zeigt sich ein zunehmendes Risiko von Überdosierungen: Die Behörden in 10 Ländern haben im Jahr 2024 mehr als 50 000 nitazolhaltige Tabletten sichergestellt – gegenüber 23 000 im Jahr 2023 und nur 380 im Jahr 2022 (siehe Neue psychoaktive Substanzen – die aktuelle Situation in Europa).

Die Verfügbarkeit von Fentanyl und damit verbundene Todesfälle geben Anlass zur Sorge

Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass Fentanyl in Bulgarien leichter erhältlich geworden ist, wo es mit schwerwiegenden Schäden, darunter auch Todesfällen, in Verbindung gebracht wird. Im Laufe des Jahres 2024 stellte die Polizei bei Einsätzen in ganz Bulgarien mehrere Kilogramm fentanylhaltiges Material sicher. Es wird vermutet, dass es aus dem Ausland eingeführt wurde. Im Zeitraum 2024/2025 wurden in Bulgarien über 100 drogenbedingte Todesfälle mit Fentanyl in Verbindung gebracht. Todesfälle und Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Fentanyl, von denen zunächst vor allem aus Sofia berichtet wurde, wurden im Jahr 2025 auch in anderen bulgarischen Städten verzeichnet. Angesichts des begrenzten Angebots an Schadensminimierungsdiensten, einschließlich des Fehlens von Programmen zur Naloxon-Mitgabe, gibt dies Anlass zu besonderer Sorge.

Die wiederholten umfangreichen Sicherstellungen, die geografische Ausbreitung und die nicht identifizierten Quellen der Fentanylproduktion und des Schmuggels schaffen das Potenzial für weitere Probleme in Zusammenhang mit Fentanyl in Bulgarien und darüber hinaus. Andernorts in Europa wurden Ende 2024 von Spanien und den Niederlanden vier Sicherstellungen der Fentanyl-Vorläufersubstanz N-Boc-4-Piperidon in einer Menge von insgesamt 30 Kilogramm gemeldet. Es ist nach wie vor nicht bekannt, ob diese Vorläuferstoffe zum Zeitpunkt der Sicherstellung für Produktionsstätten in der EU bestimmt waren oder sich auf dem Weg zu anderen Orten außerhalb der EU befanden.

Reaktion auf sich wandelnde Risiken im Zusammenhang mit Opioiden

Die Verbesserung der Vorsorge ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit Europas, rasch auf gehäufte Vergiftungsfälle zu reagieren, die mit hochpotenten synthetischen Opioiden oder dem vermehrten Konsum anderer Drogen wie Kokain, Amphetamin oder synthetischen Cathinonen als Ersatzsubstanzen bei verminderter Verfügbarkeit von Heroin in Zusammenhang stehen. Die Verbesserung der Vorsorge auf EU- und nationaler Ebene, um drogenbedingte Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen abzusehen und darauf reagieren zu können, ist eine zentrale Säule der EU-Drogenstrategie. Die Verbesserung des Zugangs zu Opioid-Agonisten-Therapien, der Nadel- und Spritzentausch und die Naloxon-Mitgabe sind nach wie vor entscheidende Instrumente, um die derzeitigen Probleme in Zusammenhang mit Opioiden anzugehen und die Widerstandsfähigkeit in Bezug auf mögliche Marktveränderungen zu gewährleisten. Die Überwachung der für Endkunden auf den lokalen Märkten erhältlichen Drogen ist ausschlaggebend, um plötzliche Veränderungen bei den zum Verkauf stehenden Substanzen sowie das Auftauchen gefährlicher Drogenchargen schnell zu erkennen. Das EU-Frühwarnsystem wird in dieser Hinsicht weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, ebenso wie die neuen Systeme der EUDA zur Warnung vor neuen Drogen und zur Bewertung von Drogenrisiken.

Siehe auch Opioide: gesundheitliche und soziale Maßnahmen.

Wichtige Daten und Trends

Prävalenz des Opioidkonsums

  • Schätzungsweise 0,3 % der erwachsenen Bevölkerung in der EU, d. h. rund 850 000 Personen, haben im Jahr 2024 Opioide konsumiert (860 000 im Jahr 2023).

Behandlungsaufnahmen wegen Konsums von Heroin und anderen Opioiden

  • Im Jahr 2024 wurde als Hauptgrund für die Aufnahme einer spezialisierten Drogenbehandlung bei 68 000 Klientinnen und Klienten der Konsum von Opioiden gemeldet, beziehungsweise bei 21 % aller Personen, die eine Drogenbehandlung in Europa begonnen haben.
  • Bei 10 000 (64 %) der 18 000 Erstklientinnen und -klienten, die ein bestimmtes Opioid als Hauptproblemdroge angaben, war Heroin die Primärdroge. Weitere 3 400 Opioidkonsumierende unter den Erstklientinnen und -klienten in Behandlungen machten keine Angaben zu ihrer Primärdroge.
  • Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass sich der langfristige Abwärtstrend bei der Zahl der Personen, die sich wegen Heroinkonsums in Behandlung begeben, fortsetzt (Abbildung 6.5), während verschiedene Opioide (z. B. missbräuchlich verwendete Arzneimittel, neue synthetische Opioide) zunehmend als Hauptgrund für die Aufnahme einer Behandlung genannt werden.
  • Im Jahr 2024 erhielten in den EU-Mitgliedstaaten schätzungsweise 505 000 Klientinnen und Klienten eine Opioid-Agonisten-Therapie (511 000 im Jahr 2023).
Abbildung 6.5. Behandlungsaufnahmen von Heroinkonsumierenden in Europa

Hinweise: Abgesehen von den Trends beziehen sich die Daten auf alle Klientinnen und Klienten, die sich in Behandlung begeben und Heroin als Primärdroge angegeben haben – für das Jahr 2024 bzw. das letzte verfügbare Jahr.
Die Trends bei den Erstklientinnen und -klienten basieren auf den Daten aus 26 Ländern. Bei der Trendanalyse wurden nur Länder mit Daten für mindestens sechs der sieben Jahre berücksichtigt. Fehlende Werte werden aus den Vor- und Folgejahren interpoliert. Aufgrund von COVID‑19-bedingten Versorgungsunterbrechungen sind die Daten für 2020, 2021 und 2022 mit Vorsicht zu interpretieren. Fehlende Daten wurden für Spanien und Frankreich (2023) und Deutschland (2019) mit Werten aus dem Vorjahr vervollständigt.

Schäden im Zusammenhang mit dem Opioidkonsum

  • Opioide, einschließlich Heroin und seine Metaboliten, waren im Jahr 2024 schätzungsweise an etwa 7 von 10 tödlichen Überdosierungen in der Europäischen Union – häufig in Kombination mit anderen Substanzen – beteiligt (siehe Drogenbedingte Todesfälle – die aktuelle Situation in Europa).
  • Mit 10 % aller gemeldeten Fälle war Heroin 2024 die vierthäufigste Droge bei Notfällen mit akuter Drogenvergiftung in Krankenhäusern des Euro-DEN Plus-Netzwerks in der Europäischen Union und in Norwegen. Notfälle, bei denen Heroin eine Rolle spielte, wurden in 21 der 29 Krankenhäuser gemeldet (Abbildung 6.6). Das Durchschnittsalter der Personen mit heroinbedingten Notfällen betrug 37 Jahre; 75 % waren Männer.
  • In 13 der 21 Krankenhäuser, die im Jahr 2024 Heroinfälle meldeten, gab es keine Patientinnen und Patienten unter 25 Jahren. Je nach Krankenhaus handelte es sich bei den Drogen, die am häufigsten zusammen mit Heroin genannt wurden, um Benzodiazepine, Kokain und Amphetamin.
Abbildung 6.6a. Anteil der Notfälle mit akuter Drogenvergiftung, bei denen in Krankenhäusern des Euro-DEN-Plus-Netzwerks Heroin nachgewiesen wurde, 2024
Abbildung 6.6b. Trends beim Anteil der Notfälle, bei denen in den Jahren 2016 bis 2024 in ausgewählten Krankenhäusern des Euro-DEN Plus-Netzwerks Heroin nachgewiesen wurde

Datenquellen: Euro-DEN. Den vollständigen Datensatz und die vollständige Analyse finden Sie unter European Drug Emergencies Network (Euro-DEN Plus): Daten und Analyse.

Marktdaten zu Heroin und anderen Opioiden

  • Die von den EU-Mitgliedstaaten gemeldeten Sicherstellungen von Heroin sind von 9,5 Tonnen im Jahr 2021 auf 3,6 Tonnen im Jahr 2024 zurückgegangen, wobei im Jahr 2022 ein Rückgang um 16 % (auf 8,0 Tonnen), im Jahr 2023 ein Rückgang um 33 % (auf 5,4 Tonnen) und im Jahr 2024 ein Rückgang um weitere 33 % zu verzeichnen war. Die im Jahr 2024 sichergestellte Menge entspricht in etwa den Mengen, die 2015 (3,7 Tonnen) und 2016 (3,5 Tonnen) sichergestellt wurden.
  • Im Jahr 2024 meldeten die EU-Mitgliedstaaten insgesamt 15 500 Sicherstellungen von Heroin (17 000 Sicherstellungen im Jahr 2023). Die größten Mengen meldeten Frankreich (1 045 Tonnen), Bulgarien (868 Kilogramm) und die Niederlande (376 Kilogramm). In der Türkei beliefen sich die Sicherstellungen von Heroin im Jahr 2024 auf 4,3 Tonnen – 31 % mehr als im Jahr 2023 (3,3 Tonnen).
  • Die durchschnittliche Reinheit von braunem Heroin auf dem Endkundenmarkt lag 2024 zwischen 8 % und 33 %, wobei die Hälfte der Länder eine durchschnittliche Reinheit zwischen 10 % und 21 % meldete. Die indexierten Trends deuten darauf hin, dass der Durchschnittspreis für braunes Heroin zwischen 2014 und 2024 um 25 % gesunken ist. Im gleichen Zeitraum schwankte die Reinheit der Droge, wobei sie in den letzten vier Jahren deutlich abgenommen hat (Abbildung 6.7).
  • Die Länder meldeten im Jahr 2024 1 063 Sicherstellungen neuer synthetischer Opioide in einer Menge von 35,5 Kilogramm an das EU-Frühwarnsystem – ein Anstieg gegenüber 22 Kilogramm im Jahr 2023. Die Menge der im Jahr 2024 sichergestellten Nitazene ging von 10 auf 7 Kilogramm zurück. Von den gemeldeten Sicherstellungen neuer Opioide enthielten 26 % Metonitazen, 25 % Carfentanil, 22 % Tramadol und 10 % Protonitazen. Von den 35,5 kg an sichergestelltem Material enthielten 31 % (11,1 kg) 2-Methyl-AP-237, 21 % (7,6 kg) Tramadol und 16 % (5,6 kg) Spirochlorphin. Die meisten Sicherstellungen synthetischer Opioide entfielen auf einige wenige Länder: 62 % der Sicherstellungen und 70 % (25,0 Kilogramm) der sichergestellten Menge entfielen auf Deutschland, Estland, Lettland und Litauen. 
  • Im Jahr 2024 wurden etwa 19 000 Delikte im Zusammenhang mit dem Konsum oder Besitz von Heroin gemeldet.
  • Im Jahr 2024 wurden in den EU-Mitgliedstaaten 20 Standorte für die Streckung und Verpackung von Heroin ausgehoben (15 in den Niederlanden, 4 in Tschechien, 1 in Italien).
Abbildung 6.7. Heroinmarkt in Europa

Hinweise: EU+2 bezieht sich auf die EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und die Türkei.

Indexierte Trends bei Preis und Reinheit von „braunem Heroin“: nationale Durchschnittswerte – Mindestwert, Höchstwert und Quartilsabstand. Je nach Indikator sind unterschiedliche Länder erfasst.

Tabelle 6.1. Andere Opioide: Anzahl der Sicherstellungen und sichergestellte Mengen, 2024

Quelldaten

Die Daten, die zur Generierung von Infografiken und Diagrammen auf dieser Seite verwendet wurden, sind nachstehend aufgeführt.

Der vollständige Datensatz der Quelldaten für den Europäischen Drogenbericht 2026, einschließlich Metadaten und methodischer Hinweise, ist in unserem Datenkatalog verfügbar.

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